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RAF reloaded

Ein totes Pferd zu prügeln, macht an und für sich keinen Sinn.
Allerdings kann man speziell beim Thema RAF anfangen, über die Bedeutung des Wortes "tot" zu philosophieren.

Die 3. Generation der RAF, deren Mitglieder nicht einmal namentlich bekannt sind, haben 1998 eine Erklärung veröffentlicht, nach der die RAF den bewaffneten Kampf und die RAF an sich als erledigt ansieht, da das verfolgte Ziel auf diesem Weg nicht verwirklicht werden konnte.

Seitdem haben keine der RAF zuzuschreibenden Attentate, oder auch "Aktionen" im Jargon der Terroristen, stattgefunden.

Leider hält sich der oft als Mythos umschriebene Kult um die RAF hartnäckig. Gerade derzeit findet man praktisch täglich Berichte in sämtlichen großen Medien anläßlich der Freilassung von Brigitte Mohnhaupt, Führerin der 2. Generation der RAF, nach 24 Jahren Haft, sowie anläßlich des laufenden Begnadigungsverfahrens um Christian Klar, ebenfalls Führer der 2. Generation.

Nun, heutzutage dürfte es in der überwiegenden Masse der Jugendlichen schwer werden, jemanden zu finden, der sich unter dem Kürzel RAF etwas vorstellen kann, geschweige denn nachvollziehen kann, welch grundlegende Änderungen "dank" der RAF in der damaligen Bundesrepublik stattfanden - und sich heutzutage fortsetzen.

Ich persönlich denke, dass es zwar immer ne tolle Story macht, die sich gut verkaufen läßt - aber leider birgt es auch eine große Gefahr, wenn man ganz ordinäre Verbrecher in den Stand von heldengleichen Rebellen und Kämpfern für die gute Sache hochstilisiert.

Immer öfter höre ich in den letzten Tagen, es habe sich bei den Mitgliedern der RAF um intellektuelle Söhne und Töchter aus guten Familien gehandelt, die durch ihre Vorgehensweise etwas verbessern wollten.

Hallo ?

Bei den Mitgliedern der RAF handelte es sich um verwöhnte, vollkommen rücksichtslose, weil allein egozentrische, narzißtische Personen, die sich aufgrund ihrer ererbten Sorglosigkeit dem Luxus ergeben konnten, das gesamte Land als Sandkasten zu benutzen.

Was man - unglücklicherweise - den RAFflern nicht absprechen konnte, war eine gewisse Rafinesse im Umgang mit Technik und vor allem Menschen.

Die RAF tötete in den Jahren ihrer "aktiven" Tätigkeit eine Vielzahl von Menschen, mitnichten nur ausgewählte, besonders verachtenswerte Menschen (so man die Existenz solcher überhaupt akzeptieren mag). Zahlreiche vollkommen Unbeteiligte fanden den Tod. Die RAFfler nahmen auch jederzeit durch die Art und Weise der Verübung ihrer Anschläge billigend den Tod Unbeteiligter in Kauf.

Bis heute ist noch nicht einer der ehemaligen RAFfler auf die Idee gekommen, sich zumindest bei den nicht vorsätzlich Getöteten, bzw. deren Angehörigen, zu entschuldigen oder gar Reue zu zeigen.

Es gab im Übrigen auch nie eine klare Verlautbarung dessen, was die RAF erreichen wollte.

Im Ergebnis bleibt damit Folgendes: Die RAF stellt sich im Nachhinein als nichts anderes dar, als eine Vereinigung von Menschen, die irgendwann beschlossen, sich das Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig halten. Um die Regeln der Gesellschaft nicht beachten zu müssen, wurde schnell eine völlig unlogische gedankliche Konstruktion gebastelt, um dem ganzen schnell noch den Anstrich einer politischen Dimension oder gar eines Freiheitskampfes zu geben.

Wir kennen, denke ich, alle diese komischen Gestalten, die den ganzen Tag über die Verbesserung der Welt reden und eigentlich nur Kiffen und Nichtstun im Kopf haben. Man stelle sich denselben Typen als konsequenten Menschen vor (ich weiß, es fällt schwer...) und schon hat man Typen von der Qualität der Baader, Ensslin, Meinhoff, Mohnhaupt, Baumann, Klar, Grams, Hogefeldt, Raspe, etc.

Dem großen Freiheitskampf dieser Verbrecher verdanken wir zumindest dem Grunde nach die Einschränkung von Bürgerrechten durch die sogenannte Sicherheitsgesetzgebung, die ja auch heute wieder in Mode gekommen ist.

Es ist die große Schwäche eines jeden Rechtsstaats, bei den simpelsten Fragestellungen sich in philosophisch-humanistischen Betrachtungen zu verlieren.

Ganz "klar": Herr Christian Klar vertritt im Gegensatz zur 3. Generation der RAF weiter die Ansicht, der bewaffnete Kampf gehe weiter und sei das adäquate Mittel. Herr Klar hat weder Reue gezeigt, noch in irgendeiner Weise zu erkennen gegeben, dass von ihm in Zukunft keinerlei Taten mehr zu erwarten sind. Sicher, für die Gewährung von Gnade ist keinesfalls das Vorliegen dieser Merkmale vonnöten. Aber: was versteht man denn unter Gnade ??? Wie kann ich ernsthaft darüber nachdenken, jemanden zu begnadigen, der nach 20 Jahren Haft weiter den bewaffneten Kampf propagiert ???

Herr Bundespräsident, bitte machen Sie Schluß mit der Kasperei. Christian Klar bleibt in Haft. Basta.
27.3.07 11:21
 


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